16. Juli 2012

GRÜNE wollen Übernahme EON-Netz prüfen!

Die Kreistagsfraktion Hersfeld-Rotenburg und die Fraktionen von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Netzgebiet der EON Mitte AG sprechen sich dafür aus, die Übernahme ernsthaft zu prüfen. Dies ist das Ergebnis eines länderübergreifenden Koordinationstreffens in Kassel, an dem VertreterInnen GRÜNER Kreistags- und Stadtratsfraktionen aus dem gesamten Netzgebiet teilgenommen haben.

Die Fraktionsvorsitzenden sind sich einig: „Das Verkaufsangebot der EON AG begreifen wir als Chance, die Energiewende, den Ausbau der dezentralen Erneuerbaren Energien und den sinnvollen Einsatz von effizienten Technologien im heutigen Netzgebiet der EON Mitte AG in kommunaler Hand schneller voranzubringen“, betont Kaya Kinkel, GRÜNE Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Energie, Umwelt und ländlicher Raum. Grundvoraussetzung für das Zustandekommen des Handels ist jedoch ein faires Angebot des Energiekonzerns. In diesem Zusammenhang stellen die GRÜNEN an die EON AG und die Verwaltungsspitzen eine Reihe Forderungen.

„Die Unabhängigkeit des beauftragten Gutachterbüros zur Wertermittlung muss sichergestellt sein und wir fordern die Einhaltung von Mindestkriterien bei der Prüfung“, so Kinkel weiter. „Keinesfalls darf es eine Vorfestlegung auf den Kauf der EON Mitte AG geben und das Angebot der EON Energie AG muss vollständig offen gelegt werden.“

Als Kriterien fordern die Grünen mehrere Varianten der Gebietseinteilung und Steuerung unter besonderer Berücksichtigung der möglichen Einbindung früher bereits aus der EON-Mitte ausgegliederter Netzgebiete. Auch der Investitionsbedarf für den zukunftsweisenden Netzumbau zur Förderung erneuerbarer Energien ist zu ermitteln. Die Beteiligung weiterer Stadt- und Gemeindewerke sowie Möglichkeiten der BürgerInnenbeteiligung müssen ebenfalls in das Gutachten eingehen. Neben dem Erhalt der Arbeitsplätze müssen bei einer möglichen Übernahme der EON Mitte AG außerdem alle wichtigen operativen Strukturen des Vertriebs und Kundenverträge im Kaufpaket enthalten sein. In allen Schritten der Transaktion ist größtmögliche Verhandlungstransparenz sicherzustellen.

Zum Hintergrund: Das Netz der EON Mitte AG erstreckt sich vom südlichen Niedersachsen bis weit nach Mittelhessen und Nordrhein-Westfahlen bis Thüringen. 26,7% der Anteile an dieser Aktiengesellschaft gehören einem Verbund aus zwölf Landkreisen und der Stadt Göttingen. Anfang Juni gab die EON Energie AG in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie diesen Kommunen auch die restlichen 73,3 % der Anteile zum Verkauf anbieten wird. Erste Verhandlungsgespräche zwischen der EON Energie AG und den Verwaltungsspitzen der betroffenen Kommunen wurden bereits geführt.