19. August 2026

Ganztag braucht Qualität: Grüne fordern mehr qualifizierte Betreuungskräfte

Mit dem neuen Schuljahr tritt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder der ersten Klasse in Kraft. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Hersfeld-Rotenburg begrüßt den Ausbau der Ganztagsbetreuung ausdrücklich. Der nächste Schritt muss sein, den Blick stärker auf die Qualifizierung des Personals zu richten.

„Der Rechtsanspruch ist ein wichtiger Schritt für Kinder und Familien. Ganztagsbetreuung gibt Eltern Planungssicherheit. So können sie Familie und Beruf besser miteinander verbinden. Entscheidend ist aber auch, was in den Betreuungsstunden passiert und wer unsere Kinder betreut“, erklärt Isabel Marder, Vorsitzende der Grünen Hersfeld-Rotenburg.

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist bei dem Angebot der Betreuungsplätze im hessenweiten Vergleich weit vorne: Im Schuljahr 2025/2026 nahmen 84% der Grundschülerinnen und Grundschüler an einem Ganztagsangebot teil. In ganz Hessen waren es nur rund 52%.

Diese Zahlen zeigen: Hersfeld-Rotenburg ist beim Ausbau der notwendigen Plätze gut aufgestellt. Darauf können wir uns aber nicht ausruhen. Kinder haben unterschiedliche Stärken und Bedürfnisse. Ein guter Ganztag bietet nicht nur Aufsicht bis in den Nachmittag, sondern pädagogisch sinnvolle Angebote, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. Der Tagesablauf sollte von einem ausgewogenen Wechsel zwischen Lernen, Bewegung, freiem Spiel, Kreativität und Ruhephasen geprägt sein.

Dafür braucht es ausreichend qualifizierte Menschen, die die Kinder begleiten, fördern und verlässliche Bezugspersonen sind. Im Ganztag arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Ausbildungen und beruflichen Erfahrungen. Sie leisten bereits heute wichtige und gute Arbeit. Ohne sie wäre die Ganztagsbetreuung nicht möglich.

Aus Sicht der Grünen müssen deshalb zusätzliche qualifizierte Fach- und Betreuungskräfte gewonnen werden. Gleichzeitig brauchen die bereits Beschäftigten gute und niedrigschwellige Möglichkeiten zur berufsbegleitenden Weiterqualifizierung.

„Uns ist klar, dass wir den Fachkräftebedarf nicht von heute auf morgen lösen können. Gerade deshalb müssen wir jetzt damit anfangen und die qualitative Weiterentwicklung des Ganztags stärker in den Mittelpunkt rücken. Dazu gehören insbesondere mehr qualifiziertes Fachpersonal, bessere Möglichkeiten zur berufsbegleitenden Qualifizierung sowie eine enge Zusammenarbeit von Schulen, Jugendhilfe, Vereinen und weiteren Partnern vor Ort“, so Marder abschließend.