5. Juni 2026

[Bad Hersfeld] Zuwegung zum Klinikum nachhaltig lösen.

Die Diskussion um die Verkehrsanbindung des Klinikums zeigt nach unserer Auffassung deutlich, dass eine neue zusätzliche Zuwegung nur mit erheblichem finanziellem Aufwand und massiven baulichen Eingriffen realisierbar wäre.

Eine kurzfristige Entlastung der bestehenden Verkehrs- und Parkplatzprobleme ist durch den Neubau einer weiteren Zufahrt daher nicht zu erwarten.

Positiv zu bewerten ist aus unserer Sicht, dass die derzeitige Führung des Baustellenverkehrs mit schweren Lkw, über eine zweite Zufahrt an der Wehneberger Straße, den Seilerweg aktuell spürbar entlastet hat.

Den Vorschlag der CDU-Fraktion, das Verkehrsproblem mithilfe einer Einbahnstraßenregelung zu lösen, halten wir hingegen nicht für zielführend.

Kritik am Vorschlag einer Einbahnstraßenregelung

Nach unserer Einschätzung würde eine solche Regelung dazu führen, dass die Anfahrt für Patientinnen, Patienten, Mitarbeitende sowie Anwohner über die bereits stark belastete Dippelstraße erfolgen müsste. Die dortigen Ampelquerungen würden zusätzliche Staus im Bereich des Stadtringes verursachen und zugleich die Gefahren für querende Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger erhöhen. Zudem bleibt bei diesem Ansatz unberücksichtigt, wie Menschen das Klinikum erreichen, die mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind.

Gerade eine verbesserte Busanbindung, die beispielsweise auch Mitarbeiter im Schichtdienst berücksichtigen würde, könnte dazu beitragen, dass mehr Mitarbeitende auf dem Weg zur Arbeit auf das Auto verzichten. Dass eine zusätzliche Busanbindung mit Verweis auf die Kosten abgelehnt wird, während zugleich kostenintensive Straßenbaumaßnahmen im Raum stehen, halten wir für widersprüchlich.

Unsere Vorschläge für eine nachhaltige Verkehrsentlastung

Als kurzfristig umsetzbare Maßnahme schlagen wir eine Radfahrspur, ähnlich wie in den Einbahnstraßen, zum Klinikum über den Seilerweg vor. Damit könnte der Fahrradabstellbereich im Parkhaus sicher und besser erreichbar werden. Zusätzlich wäre eine zweite Radfahrspur über die Ricarda- Huch- Straße in Richtung des Neubaus denkbar

Die stärkere Nutzung alternativer Verkehrsmittel ist aus unserer Sicht unverzichtbar, um der bereits bestehenden, sowie der künftig weiter zunehmenden Verkehrs- und Parkplatzbelastung am Klinikum wirksam zu begegnen. Zusätzliche Belastungen ergeben sich insbesondere durch den geplanten Zuzug des HKZ und die weitere Nutzung des baulichen Altbestands.

Verkehrspolitischer Ausblick

Um die Verkehrssituation rund um das Klinikum langfristig zu verbessern, sollte ein größerer Anteil des Verkehrs auf das Fahrrad und den öffentlichen Nahverkehr verlagert werden. Voraussetzung dafür sind sichere und komfortable Radwege im Stadtgebiet sowie ein attraktiver ÖPNV. Auch eine kostenfreie Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, für Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten des Klinikums, Studierende, Beschäftigte des DEGUV, wäre ein sinnvoller und nachhaltiger Ansatz.

Warum nicht auch mal eine Shuttle Busverkehr Lösung für Besucher und Mitarbeiter von einem zentralen Parkplatz als Alternative denken?

Gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln

Wir unterstützen den bereits angedachten runden Tisch mit Bürgerinitiative, Klinikum, Rettungsdiensten, den zuständigen städtischen Gremien sowie Verkehrsplanerinnen und Verkehrsplanern. Ziel muss es sein, gemeinsam eine nachhaltige, wirtschaftliche und umweltverträgliche Lösung für diesen komplexen Sachverhalt zu erarbeiten.

Bevor weitere Flächen versiegelt und tiefgreifende Eingriffe in die Umwelt vorgenommen werden, plädieren wir dafür, alternative Mobilitätsangebote gezielt zu stärken und dadurch sowohl Menschen als auch Umwelt spürbar zu entlasten.