[Bad Hersfeld] Vorreiterkonzept – Nach vier Jahren liegt ein Gutachten vor, das die Aufgabenstellungen, die sich aus dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung ergeben, verfehlt
Auszüge aus dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung: „Die Stadtverordnetenversammlung erklärt das gemeinsame Ziel im Jahr 2035 die Klimaneutralität für die Stadt Bad Hersfeld zu erreichen. D.h. für das Stadtgebiet werden die CO2-Quellen und die CO2-Senken nach dem BISKO-Standard bilanziert, das Ziel ist eine ausgeglichene Bilanz.[…]
Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Magistrat beauftragt ein Gutachten erstellen zu lassen, das die einzelnen Schritte zur Klimaneutralität und deren zeitliche Abfolge beschreibt. Dabei sollen geeignete, überprüfbare Zwischenziele im Rahmen eines Klimaaktionsplanes festgelegt werden.“
Am 13.11. wurde der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bad Hersfeld eine Vorreiterkonzept zur Kenntnis gegeben, das in einer ganzen Reihe von Feldern diese Anforderungen nicht erfüllt. Das Vorreiterkonzept beschreibt in einigen Bereichen Schritte zur Klimaneutralität, allerdings sucht man überprüfbare, jährliche Zwischenziele vergebens. Einige Bereiche werden in die Bilanzierung gar nicht erst einbezogen (z.B. Landwirtschaft). Am Ende fokussiert sich das Vorreiterkonzept im Wesentlichen auf die Klimaneutralität der Stadtverwaltung. Es ist löblich, dass die Stadtverwaltung hier mit guten Beispiel vorangehen will. Der Beschluss bezog sich allerdings auf die gesamte Stadt Bad Hersfeld.
In seiner Rede vor der Stadtverordnetenversammlung charakterisierte deshalb Thomas Bös dieses Vorreiterkonzept mit der Bezeichnung „Thema verfehlt“ (Siehe auch Osthessennews).
Einig sind sich alle, dass jetzt nichts zu tun die sinnloseste und teuerste Variante wäre.
Wie die fehlenden Aspekte nachgearbeitet werden können, bleibt erst einmal unklar. Nur eines ist sicher: Wir sind sehr im Verzug! Alles in allem ist die Transformation unserer Gesellschaft hin zur Klimaneutralität am Ende eine Gemeinschaftsaufgabe, der wir uns alle nach Maßgabe unser Fähigkeiten widmen müssen. Von den Kommunen ist zu erwarten, dass sie nicht nur mit gutem Beispiel vorangehen, sondern auch Werbung machen und Beratung für Einzelmaßnahmen anbieten. Der nächste Schritt, der ansteht, ist die Wärmebedarfsplanung für die Stadt Bad Hersfeld. Mit Blick auf die Investitionssicherheit der Hersfelder Haushalte in andere Heizungssysteme ist auch hier eine zügige und gut kommunizierte Entscheidungen wichtig.
Thomas Bös für den OV Bad Hersfeld

