20. August 2026

[Bad Hersfeld] Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz

Antrag zur Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans

Die Stadtfraktion von Bündnis 90/Die Grünen wird in der kommenden Stadtverordnetenversammlung die Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans für Bad Hersfeld beantragen.

„Was wir derzeit erleben, ist kein normaler Sommer. Solche langanhaltenden Hitzeperioden werden extremer und häufiger – mit schwerwiegenden Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Andrea Zietz.

Hitze zählt bereits heute zu den größten gesundheitlichen Risiken des Klimawandels. Besonders ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder sowie Menschen mit Vorerkrankungen sind gefährdet.

Mit dem Antrag soll der Magistrat beauftragt werden, einen Hitzeaktionsplan zu erarbeiten, der kurzfristige Maßnahmen für akute Hitzelagen ebenso umfasst wie mittel- und langfristige Strategien für eine hitzeresiliente Stadtentwicklung.

„Ein Hitzeaktionsplan ist weit mehr als ein paar zusätzliche Trinkwasserbrunnen. Er bündelt konkrete Maßnahmen – von Hitzewarnungen und Trinkwasserangeboten über mehr Schatten und Stadtgrün bis hin zu einer klimaangepassten Stadtplanung und dem besseren Schutz besonders gefährdeter Menschen.

„ Es geht darum, Bad Hersfeld so weiterzuentwickeln, dass unsere Stadt auch in Zukunft so lebenswert bleibt, wie sie ist. Dazu gehört mehr GRÜN in die Stadt bringen  – Bäume und Sträucher pflanzen – grüne Oasen und kühle Orte schaffen gegen die Hitze – ein Umdenken bei der Pflege von Grünanlagen – mehr extensiv zu pflegende Flächen schaffen – Rasen in insektenfreundliche Wiesen verwandeln „ – so Klaus-Dieter Stahr-Zimmermann,  Landschaftsgärtner aus der GRÜNEN Stadtfraktion.

Dass Kommunen solche Konzepte brauchen, ist wissenschaftlich gut belegt. Die Hochschule Fulda hat gemeinsam mit Expertinnen und Experten des Public Health Zentrums eine öffentlich zugängliche Arbeitshilfe für Kommunen entwickelt. Sie empfiehlt unter anderem eine bessere Information der Bevölkerung bei Hitzewellen, konkrete Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen sowie langfristige Anpassungen in der Stadtplanung. Auch der Hessische Hitzeaktionsplan verweist ausdrücklich auf diese Arbeitshilfe als Orientierung für Städte und Gemeinden.

Für die Grünen ist deshalb klar: Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass Temperaturen jenseits der 35 Grad zur neuen Normalität erklärt werden. Kommunale Aufgabe ist es, Menschen bestmöglich vor den Folgen solcher Extremwetterlagen zu schützen. Vorausschauend planvoll agieren und nicht erst anfangen darüber nachzudenken, was man tun könnte, wenn bereits die nächste Hitzeperiode vor der Tür steht