10. März 2026

Zur Podiumsdiskussion des Kreisschülerrates am 03.03.

Der Kreisschülerrat rief und viele kamen, ganz überwiegend Schüler. Da saßen sie am langen Tisch von rechts nach links: AfD (Schenk), CDU (Schneider), FDP (David), SPD (Noll), unsere Vertreterin Isabel Mader und Die Linke (Bier).

Ein zweiter Vertreter der FDP stand vor dem Tisch: der Moderator Elias Herzog machte aus seiner Position keinen Hehl und vertrat munter FDP-Positionen. Isabel hat sich mit ihren Stellungnahmen und Antworten auf die hartnäckigen Fragen des Moderator sehr gut geschlagen. 

Die AfD fiel durch Exkursionen zur Rohrstockpädagogik und zu Radfahrenden Schülern auf. Wir wünschen uns an dieser Stelle die notwendigen sicheren Radwege. Die CDU versuchte mit ihrem guten Draht nach Wiesbaden zu punkten. Die FDP wollte – wen wunderts – die Wirtschaft stäken. Bei der SPD schimmerte wenigsten ab und zu eine bisschen Soziales durch und dass man auf Schülertoiletten keine Überwachungskameras hängen dürfe. Isabel hat es geschafft differenziert und Schülerbezogen zu argumentieren, indem sie auch Gründe benannte, warum z.B. Schülertoiletten oft verschmutzt und beschädigt werden. 

Auf die Frage nach den Finanzen und Steuern schoss der Vertreter der Linken den Vogel ab, indem er einfach mit dem Wort „Umverteilung“ antwortete und dafür viel anhaltenden Beifall bekam. Die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten unterschiedlicher Landkreise im Lande Hessen wurden nur kurz angerissen. Klimawandel und Klimaanpassung waren nicht Gegenstand der Diskussion – trotz der Versuche von Isabel das Thema einfließen zu lassen.

Das weitgehend junge Publikum reagierte in der ersten Hälfte der Veranstaltung durch energischen Beifall und Zwischenrufe. Diese Reaktionen erlahmten in der zweiten Hälfte der Veranstaltung zusehends. Die Diskussion mit dem Publikum und die Fragen aus dem Publikum fielen am Ende dann etwas knapp aus. 

Es ist sicher lobenswert, wenn der Kreisschülerrat solche politischen Podiumsdiskussionen organisiert. Man kann durchaus darüber streiten, ob man die AfD dazu einladen sollte. Schön wäre es gewesen, wenn Elias Herzog seine eigene FDP-Zugehörigkeit etwas zurückgenommen hätte und deutlich mehr Raum für die Diskussion mit dem Publikum gewesen wäre. Dankeschön an Isabel für ihren Einsatz und dein stetiges Bemühen in der Diskussion weg von Wahlkampfplatitüden zu kommen und sich einer differenzierten Argumentation zu befleißigen.

Thomas Bös